Angedacht

Auf unserem Hof stand jahrelang ein mächtiger, uralter aber leider abgestorbener Birnbaum. Als sein Stamm schließlich so geschädigt war, dass er mit Macht gegen die Gartenmauer drückte, blieb nichts anderes mehr, als ihn zu fällen.  Und so kommt es immer wieder vor, dass ich in unserem Kaminholzvorrat Stücken von diesem wunderbaren Birnbaumholz finde. Manchmal finde ich sie zu schade zum Verheizen, und  dann gehe ich in die Werkstatt, um ein Kreuz oder Kreuzdarstellung daraus zu machen.

So wird aus dem, was jahrelang nur ein Zeichen des Sterbens alles Lebendigen war, ein Zeichen für das neue Leben. Durch die große Tür im Hintergrund geht es fast jeden Morgen hinaus ans „Tagwerk.“ Das Oberlicht über der Tür verrät mir die „äußeren Bedingungen“. Ob die Sonne scheint oder ob der Himmel verhangen ist. Über meine innere Wetterlage aber sagt es nichts.  Doch nun blicke ich auf meinen Weg in den Tag durch das Holz mit der wunderbaren Maserung. Grob, nur mit dem Beil behauen, ist es am schönsten anzuschauen. Es erinnert mich an das, was in mir gewachsen ist, was mir meine ganz eigene „Maserung“, meine Persönlichkeit verliehen hat. Manchmal am besten zu erkennen, wenn nicht alles glatt und eben ist. Aber gleichzeitig kann das, was in mir gewachsen ist, auch den Blick verstellen. Und so bin ich froh, durch das Kreuz ins tägliche Leben zu schauen. Denn Jesus hat mit seinem Weg ans Kreuz und vor allem darüber hinaus in ein neues Leben, in der Tat etwas vollbracht, was auch ich mir für mein Leben immer wieder wünsche. 
Es ist das Vertrauen in die Leben schaffende Macht Gottes, die sich nicht einmal vom Tod aufhalten lässt. Wenn der eigene Blick nur unscharf erahnen lässt, was der Tag bringen wird. Wenn das Licht nicht gleißend hell, sondern trüb und verhangen ist. Wenn hinter mir eine Tür ins Schloss fällt und nur die Hoffnung hilft, dass der Weg der Richtige ist. Dann so auf Gott vertrauen können, dass, egal was kommt, ich dessen gewiss bin:
Es gibt nichts, was uns trennen kann von Gottes Liebe und seinem Beistand, aufstrahlend in der Auferstehung von Jesus Christus.
Es grüßt sie ganz herzlich ihr Pfarrer Ulf Rödiger

Wort zum Wochenende - März 2017

Predigt zur Verabschiedung der Vikarin Martina Grigutsch

Predigt zum Weihnachtsfest 2016

Predigt zum Erntedank 2016 

Predigt 2. Sonntag nach dem Christfest 03.01.2016 in Aken

Predigttext zum Festgottesdienst der 1050 Jahrfeier am 14.06.2015 in Rosenburg