Herzlich Willkommen

auf den Seiten der beiden Kirchgemeindeverbände Aken und Saale-Elbe-Winkel. Umgeben von der anhaltischen Landeskirche, sowie von Elbe und Saale, bilden sie die östliche Spitze des Kirchenkreises Egeln, innerhalb der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Wir laden Sie herzlich ein, sich über das vielfältige Gemeindeleben, über Veranstaltungen und über Aktuelles aus unseren einzelnen Kirchengemeinden zu informieren. Wir freuen uns, wenn Sie dabei etwas finden, dass Sie einlädt, auch einmal persönlich bei uns vorbei zu schauen.

An(ge)dacht

Angesichts der Corona-Krise ist es ein wenig untergangen: Vor 500 Jahren, im April 1521, trat Martin Luther in Worms vor Kaiser und Reich. Nachdem er Anfang des Jahres exkommuniziert worden war, sollte er nun seine Lehre und seine Schriften widerru fen. Das machte der Wittenberger Mönch und Theologieprofessor bekanntlich nicht und erwiderte die Aufforderung mit den berühmten Worten: „wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde, denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der Heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“ Der Reichstag zu Worms war ein Ereignis, das die damalige Öffentlichkeit bewegte, es war ein erstes großes mediales Ereignis. Unsagbar viele Quellen berichteten fast im Stundentakt davon. Wir würden das heute einen liveticker nennen.
Das durch Gottes Wort gebundene Gewissen Luthers schrieb Geschichte. Nicht Traditionen, nicht Institutionen sieht sich Luther in Glaubensfragen verpflichtet, sondern der inneren Stimme seines Gewissens, dem menschlichen Schnittpunkt zwischen Gott und Welt. Luthers Religion war – so sagte das einmal ein Kirchenhistoriker – Gewissensreligion. Das klingt in unseren Ohren fremd, vielleicht allein schon deswegen, weil das Gewissen in unserer Alltagssprache eine immer geringere Rolle spielt. Den Gewissensbiss spüren wir zwar natürlich noch, aber wir nennen ihn immer seltener so. Und wenn wir gegen unser Gewissen handeln, dann merken wir, dass hier etwas nicht stimmt, das es falsch ist. Unser innerer Gerichtshof, so wurde das Gewissen auch genannt, klagt uns an, wenn wir seinem Richtspruch, seinem moralischen Urteil nicht folgen. Das Gewissen ist die Richtschnur unseres Handelns. Sich dagegen zu stellen, ist eine Entscheidung gegen sich selbst und seine Überzeugungen. Und so etwas fühlt sich nie gut an.
Ohne es mir jedes Mal vor Augen zu führen, folge ich meinem Gewissen, tagaus und tagein. Zu Bewusstsein kommt es mir meistens nur dann, wenn eine schwere Entscheidung ansteht oder wenn ich mich in einem Dilemma befinde. Ich habe mich schon oft gefragt, ob es richtig ist, sich blind seinem Gewissen anzuvertrauen. Gibt es in mir etwas, auf das ich mich voll und ganz verlassen kann, gibt es in mir einen Kompass, der immer 100%ig funktioniert. Letztlich habe ich meine Zweifel, schlicht und ergreifend deswegen, weil es mein Gewissen ist. Und ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut, ein endliches Wesen, das permanent mit den Zweideutigkeiten des Lebens zu kämpfen hat. Hier kann ich mein Gewissen nicht ausnehmen. Sicher: es ist eine wichtige Richtschnur meines Lebens, aber eine letzte Gewissheit kann es mir nicht geben. Es kann die Wahrheit sagen, es kann aber auch irren. Das wussten schon die Alten. Der Gewissensspruch kann dem heiligen Willen Gottes entsprechen, es kann der Vernunft folgen, es kann aber auch von den wechselhaften Wünschen unseres Herzens verführt werden. Unsere Wünsche sind aber weder Gott noch die Vernunft. Und schon mancher hat das Wort Gottes mit seiner eigenen Stimme verwechselt. Etliche meinten, Gott im Gewissen zu vernehmen, aber sie hörten nur sich selbst.
Luther hatte recht und das wussten die Menschen vor ihm natürlich auch: wir sollten nicht gegen unser Gewissen handeln. Seinem Gewissen zu folgen, ist aber keine Garantie dafür, richtig zu liegen. Worauf aber können wir uns in unserem Leben letztlich verlassen? Vor dem Reichstag in Worms berief sich Luther auf die heilige Schrift, die Vernunft und das Gewissen. Aber vielleicht klingt auch in seinen Worten eine letzte Unsicherheit an, mit der wir als Menschen leben müssen. Denn er sagte nicht allein, dass sein Gewissen ihn gebunden hat, sodass er nicht widerrufen könne. Er sagt auch: Gott helfe mir, Amen.

(Georg Neugebauer)

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Auch in den kommenden zwei Monaten stehen vermutlich weiterhin alle unsere geplanten Veranstaltungen unter dem Vorbehalt der gesetzlichen Auflagen.
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