Herzlich Willkommen

auf den Seiten der beiden Kirchgemeindeverbände Aken und Saale-Elbe-Winkel. Umgeben von der anhaltischen Landeskirche, sowie von Elbe und Saale, bilden sie die östliche Spitze des Kirchenkreises Egeln, innerhalb der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Wir laden Sie herzlich ein, sich über das vielfältige Gemeindeleben, über Veranstaltungen und über Aktuelles aus unseren einzelnen Kirchengemeinden zu informieren. Wir freuen uns, wenn Sie dabei etwas finden, dass Sie einlädt, auch einmal persönlich bei uns vorbei zu schauen.

An(ge)dacht

Es herrscht Krieg, Corona sitzt in den Startlöchern, es ist furchtbar trocken, glutrotes Licht werfen die Wetterkarten in unsere Augen, die Gasspeicher sind nicht gefüllt. Permanent wird über all das berichtet: Die moderateren Stimmen sprechen von einer prekären Lage, die Stimmen, die auf Einschalt- und Verkaufsquoten aus sind, sprechen von nie dagewesenen Katastrophen. All das steigert das Gefühl, dass wir uns in einer schlimmen Lage befinden. Das ist auf Dauer anstrengend. Und irgendwie hilft es auch nicht so recht, einen Blick in den gut gefüllten Kühlschrank oder auf das vollgetankte Auto vor den eigenen vier Wänden zu werfen.
Und so nimmt es nicht Wunder, dass sich manche Lachfalte verflüchtigt und manche Sorgenfalte zu neuer Blüte kommt. Einige wollen schon keine Nachrichten mehr schauen, andere rechnen mit dem Schlimmsten und wieder andere reagieren zynisch und zeichnen Cartoons von Menschen, die mit Corona in einem 11°-kalten-Zimmer den Winter aushalten.
Und so bringt sich der bekannte Satz „Sommerzeit ist Urlaubszeit“ fast von selbst zu Gehör. Unsere von schlechten und traurigen Nachrichten zermürbten Seelen sehnen sich nach Erholung, nach einer Auszeit, nach Urlaub. Aber selbst der Gedanke an den Urlaub bleibt nicht makellos. Auch er ist befleckt. Hoffentlich bleibe ich gesund, hoffentlich wird es nicht zu heiß, hoffentlich widerfährt mir kein Unwetter. Und so klimafreundlich wie möglich von A nach B zu kommen, ist eben auch nicht so einfach. Momentan scheint überall ein Haken dran zu sein. Egal wie ich es drehe und wende, die unbeschwerte Sonnenseite des Lebens will nicht so recht zutage treten oder vielmehr die ihr entsprechende Stimmung.
Was aber könnte denn sonst noch helfen? Mir fiel in diesen Tagen ein Wort ein, das Robert Musil in seinem Roman Der Mann ohne Eigenschaften, geprägt hat. In diesem Roman nimmt der Protagonist Ulrich „Urlaub vom Leben“. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas merkwürdig, aber es passt auf den zweiten möglicherweise doch zu unserer Situation. Vielleicht würde uns ein Urlaub vom Leben guttun, weil uns das Leben in dieser Zeit so viele Fragen stellt, die wir nicht beantworten können und die uns eben Sorgen machen. Aber wie macht man das, wie fährt man in den „Urlaub vom Leben“. In den Katalogen der Reisedienstleister finden wir keine entsprechenden Angebote. Jeder der ihn nehmen will, muss ihn selbst bei sich beantragen und buchen. Ulrich aus dem besagten Roman nahm Urlaub vom Leben, indem er seinen Möglichkeitssinn schärfte. Das hat viel mit Phantasie zu tun, damit, sich die Welt anders vorstellen zu können, als sie ist. Das gilt aber nicht nur für die Welt, sondern auch für den Menschen. Urlaub vom Leben heißt eben auch, sich frei machen zu können, von sich selbst und anderen, sich frei machen zu können von den Dingen, die das Leben sonst beherrschen oder gefangen nehmen. Der Urlaub vom Leben hat für mich deswegen auch mit dem Glauben zu tun. Und vielleicht ist unser Glaube an Gott eben auch so etwas wie ein „Urlaub vom Leben“. Denn im Glauben sind wir zwar ganz bei uns selbst, aber wir gehen auch über uns hinaus und richten uns auf den, der der Grund und das Ziel unseres Lebens ist. Deswegen beschrieb so mancher das Gefühl, das den Glauben begleitet, mit dem Bild des Schwebens. Und in diesem Schweben können aus der Seele befreiende Worte hervorbrechen, wie das von den schweren Sorgen, was sie uns wohl helfen, von unserer Traurigkeit, die unser Kreuz und Leid nur größer machen.
Wenn Paul Gerhardt in einer vom Krieg schwer erschütterten Zeit so fühlen und schreiben konnte, dann war er vielleicht auch im Urlaub, im Urlaub vom Leben.
Auch wenn uns hier ein Hauch von Weltenthobenheit entgegenweht, auch wenn wir im Glauben etwas abgehoben sind, wir bleiben natürlich Teil dieser Welt, wir stehen immer noch inmitten des Lebens, auch wenn wir von ihm Urlaub nehmen. Aber dieser Urlaub verschiebt unsere Perspektiven, unsere Haltung und Gestimmtheit, gerade wenn es um die letzten Fragen unseres Lebens geht, darum, was unser Leben im Innersten zusammenhält. Für den Glauben ist Gott die Antwort. Wenn wir uns von Herzen auf ihn richten können, dann wird er uns zu einer Quelle der Kraft und des Mutes für das Leben, sodass wir uns innerlich mehr oder weniger befreit den Sorgen und Herausforderungen stellen können und uns nicht von ihnen übermannen lassen. Lebensmut und -kraft – das könnte der fromme Urlaub vom Leben für uns bedeuten. Und dass wir beides in diesen ‚ver-rückten‘ Zeiten gut gebrauchen können, wer würde das bezweifeln. Ich wünsche uns allen eine gesegnete Urlaubzeit.

Georg Neugebauer

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